Salut-Festival Aachen 2009 Turnierzeitung "Super Salut"

10. Dezember 2010

Otto Becker: Beim Salut-Festival passt alles
Der Bundestrainer der Springreiter zu Gast in Aachen

Gestern schaute auch der Bundestrainer Otto Becker – in Kentucky gerade mit WM-Gold dekoriert - in der Albert-Vahle-Halle vorbei. Im Gespräch mit Niels Knippertz erläutert er, warum das Salut-Festival so wichtig für den Sport ist.

Frage: Wie ist Ihr Eindruck vom Salut-Festival?

Otto Becker: Sehr gut. Die Bedingungen sind einfach traumhaft, die Halle ist festlich geschmückt, es passt alles. Das ganze Turnier ist sehr gut organisiert – zu meinen Zeiten gab`s das nicht. Das muss ein zusätzlicher Ansporn für jeden Nachwuchsreiter sein, hier beim Salut-Festival in Aachen starten zu dürfen.

Frage: Wie wichtig ist das Turnier für den reiterlichen Nachwuchs?

Becker: Das Salut-Festival ist DAS Turnier für unsere jugendlichen Reiter. Der Sprung in das Seniorenlager ist sehr schwierig, wahrscheinlich sogar der schwierigste Schritt, den ein Reiter im Laufe seiner Karriere macht. Das Salut-Festival bietet den Sportlern ein professionelles Umfeld – das ist die optimale Vorbereitung auf die kommende Zeit, das Turnier somit eminent wichtig.

Frage: Was ist Ihr Rat an die jungen Sportler, die kurz vor dem Übergang ins Seniorenlager stehen?

Becker: Bringt Disziplin und Geduld mit. Diese Eigenschaften braucht man selbst mit einem sehr guten Pferd, denn der Schritt ist riesengroß. Es wird sicherlich nicht so weitergehen wie bisher, im Gegenteil: Es wird auch mal drei Schritte zurück gehen, dann heißt es ruhig bleiben und weiter arbeiten. Darauf müssen die Reiter vorbereitet sein. Das ist eine harte Zeit, aus der man aber auch viel lernt.

Frage: Wie arbeiten Sie mit den Jugend-Bundestrainern zusammen?

Becker: So intensiv wie möglich. Und nicht nur mit ihnen, sondern natürlich auch mit den Landestrainern. Wir haben in den vergangenen Monaten gemeinsam eine Menge auf den Prüfstand gestellt. So war zum Beispiel der Informationsfluss ausbaufähig. Wir haben nach dem Motto gearbeitet: Bewährtes behalten und Neues ermöglichen. Aber eben auch Missstände abschaffen.

Frage: Um durch eine möglichst enge Verknüpfung einen guten Draht in den Nachwuchsbereich zu haben?

Becker: Ganz genau. Ich möchte den Jungen Reitern zeigen, dass wir Trainer uns auf die Fahne geschrieben haben: Bei uns bekommt Jeder seine Chance. Außerdem wollen wir so früh wie möglich erkennen, wer das Potenzial für den ganz großen Sport hat.

Frage: Was ist denn für Sie ein Modell der Zukunft?

Becker: Es geht darum, die Balance zwischen Schule, Turnieren und Lehrgängen zu finden. Zudem wird die gesamte Ausbildung ganzheitlicher. Es geht nicht mehr nur darum, einen Sprung so gut wie möglich anzureiten, sondern wir müssen die jungen Leute auch in anderen Bereichen ausbilden. Beispiele sind Medientraining, Fitness oder auch Psychologie.

Frage: Sie waren selber ein hocherfolgreicher Reiter, jetzt stehen Sie am Rand des Parcours. Wie schlimm sind denn Ihre Entzugserscheinungen?

Becker: (lacht) Nein, keine Sorge, ich habe keine Entzugserscheinungen. Ich glaube, ich habe im passenden Moment aufgehört, sportlich lief es gut, das war definitiv die richtige Entscheidung.

Sponsoren Salut-Festival Aachen